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Diversitätssensibel und individuell: die Entwicklung weiterbildender Studienangebote neu denken

  • J. Neureuther, A. Schwikal
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Jessica Neureuther, Anita Schwikal

TU Kaiserslautern, Deutschland

Die Diversität der Zielgruppen ist ein konstituierendes Merkmal wissenschaftlicher Weiterbildung. Hieraus, sowie aus einer erwachsenenpädagogischen Didaktik ergibt sich die die Notwendigkeit der Berücksichtigung individueller Voraussetzungen, wie (Lern-)Erfahrungen, Vorwissen, Lernzielen sowie der Rahmenbedingungen wie Lernzeiten, Lernorte u.a., welche Einfluss auf die Entwicklung und Gestaltung von Weiterbildungsangebote haben. Im Kontext wissenschaftlicher Weiterbildung werden damit verbundene Forderungen mit Schlagworte wie Individualisierung, Flexibilisierung, Modularisierung oder Passgenauigkeit adressiert (Thiele et al., 2019). Inhärent ist ihnen, Angebote wissenschaftlicher Weiterbildung nach einer stärkeren personen- und diversitätsbezogenen Perspektive vor allem auf der Mesoebene also der Angebotsplanung und -gestaltung zu denken und zu entwickeln. Demgegenüber wird der hier vertretende Ansatz der Individualisierung als übergeordnetes Prinzip verstanden, das sich durch alle drei Ebenen (Mikro-, Meso- und Makroebene) zieht. Individualisierung fokussiert dabei den Einzelnen in der Angebotsentwicklung, -ausgestaltung und -umsetzung. Hierbei werden die unterschiedlichen Lebensentwürfe, Bildungs- und Berufsbiografien sowie individuellen Fähigkeiten und Ressourcen berücksichtigt (Egloff, 2010). Die Flexibilisierung, verstanden als Gestaltungselement, aber auch unterschiedliche didaktische Ansätze, wie der inklusiven Didaktik (Platte et al., 2018), sind dabei dem Begriff der Individualisierung unterzuordnen.

Mit Blick auf die Entwicklung wissenschaftlicher (Weiter)Bildungsangebote, stellt sich nun die Frage, welche Merkmale eines Individuums im Kontext der Hochschule berücksichtigt werden sollten und darauf aufbauend, inwiefern diesen individuellen Voraussetzungen im Entwicklungsprozess eines Studienangebots entsprochen werden kann, um ein individuelleres Studium zu ermöglichen? Dazu wurde das Modell der „Five Layers of Diversity“ als Adaption der „Four Layers of Diversity“ nach Gardenwartz und Rowe (1998) entwickelt, das einen umfassenden Beschreibungsrahmen von Individualität im Kontext Hochschule bietet. Dazu wurde das ursprüngliche Modell um eine Dimension erweitert, sodass die Mesoebene in dem Modell durch die Angebotsdimension abgebildet wird. Der Gegenstand dieses theoretischen Beitrages umfasst drei wesentliche Schwerpunkte, die dazu dienen eine Heuristik für eine individualisierte Angebotsplanung und -entwicklung zu erarbeiten. Zunächst wird das hier vertretene Verständnis der Rolle von Individualisierung im Kontext der Hochschule verdeutlicht, um der Vielfalt von Studierenden adäquat gerecht zu werden. Zweitens wird das adaptierte Diversitätsmodell vorgestellt, als Systematik zur Erfassung von Individualität und zum sensiblen Umgang mit Diversität. Schließlich werden Implikationen für die Angebotsentwicklung auf der Mesoebene vorgestellt, die vor allem die Studienorganisation und die strukturelle Gestaltung berücksichtigt, wozu unterschiedliche Flexibilisierungsmöglichkeiten aufgezeigt werden.

Literatur

  • Egloff, B. (2010). Individualisierung. In R. Arnold, S. Nolda, E. Nuissl & Arnold-Nolda-Nuissl (Hrsg.), Wörterbuch Erwachsenenbildung S. 147–148). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.
  • Gardenswartz, L. & Rowe, A. (1998). Managing diversity. A complete desk reference and planning guide. New York: McGraw-Hill.
  • Thiele, A.-L., Nickel, S. & Schrand, M. (2019). Umgang mit den Bedürfnissen heterogener Zielgruppen in der wissenschaftlichen Weiterbildungwissenschaftlichen. Thematischer Bericht der Begleitung des Bund-Länder-Wettbewerbs „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen“ (Cendon, E., Elsholz, U., Maschwitz, A., Speck, K., Wilkesmann, U. & Nickel, S., Hrsg.). Frankfurt. Zugriff am 11.10.2019. Verfügbar unter https://www.pedocs.de/volltexte/2019/17303/pdf/Thiele_Nickel_Schrand_2019
  • Platte, A., Werner, M., Vogt, S. & Fiebig, H. (Hrsg.). (2018). Praxishandbuch Inklusive Hochschuldidaktik. Weinheim: Beltz Juventa.

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Themenbereiche

  • Mesoebene

Autoren

  • J. Neureuther
  • A. Schwikal

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