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Kulturell bedingte Determinanten der Vereinbarkeit von Familie und Karriere in der Wissenschaft

  • I. Gewinner, F. Gassmann

Irina Gewinner1, Freya Gassmann2

1University of Luxembourg; 2Universität des Saarlandes

Die Herstellung von Chancengleichheit für Männer und Frauen wird von der Politik als erstrebenswertes Ziel aufgefasst (z. B. BMBF 2001). Nichtsdestotrotz liegt der Anteil der Professorinnen deutlich unter dem der Männer (Eurostat 2016). Generell ist bekannt, dass die unterschiedliche Zeitverwendung durch die Betreuung von Verwandten und Kindern oder im Haushalt ein Grund für den geringeren Anteil von Frauen in Führungspositionen sein kann (z.B. Klammer et al. 2011; Schürmann & Sembritzki 2017).

Dieser Beitrag analysiert, wie die wissenschaftlichen Beschäftigten ihre partnerschaftlichen bzw. familiären sozialen Rollen wahrnehmen und realisieren, welchen Effekt dies auf ihr generatives Verhalten hat und zur Unterrepräsentanz von Frauen in der Wissenschaft beiträgt. Besonderer Wert wird dabei auf die Bedeutung der kulturellen Dimension der innerfamiliären Arbeitsteilung sowie dem geschlechtsspezifischen Rollenverständnis gelegt.

Im Rahmen einer Triangulation werden für diese Studie empirische Forschungsergebnisse aus zwei Studien, die mittels verschiedener Methoden Daten erhoben haben, berichtet und gegenübergestellt. Konkret werden die Befunde aus einer empirischen Fragebogenerhebung sowie qualitativen Interviews, die beide u.a. Daten zur Familienplanung sowie Realisierung von Kinderbetreuung bei wissenschaftlichen Mitarbeiter/innen zum Ziel hatten, verglichen.

Insgesamt zeigt das vorhandene Datenmaterial, dass unter hochqualifizierten Personen ein klassisches Familienmodell praktiziert wird. Während sich quantitativ kein Unterschied im Stellenumfang zwischen Männern und Frauen ohne Kinder feststellen lässt, arbeiten Frauen mit Kindern signifikant weniger als ihre Kollegen insgesamt und ihre Kolleginnen ohne Kinder. Ebenso variiert der Beschäftigungsumfang zwischen Männern und Frauen entsprechend des Kinderbetreuungsanteils. Bisherige Forschung führt die Geschlechterungleichheit auf bloßes Vorhandensein der Kinder zurück, dieser Beitrag dagegen argumentiert, dass die kulturell bedingte Selbstverständlichkeit eines konservativen Geschlechterrollenmodells eine entscheidende Rolle spielt, sodass sich wissenschaftliche Mitarbeiter/innen an verbreitete soziale Normen und Leitbilder anpassen. Dies wird u.a. durch die Betonung der Sicherheit als Synonym für Reife und Erreichung eines Standardarbeitsverhältnisses sowie in der Idealisierung der Mutterrolle deutlich.

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  • I. Gewinner
  • F. Gassmann

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  • T1 Vorträge 1 (10∶15 11∶30)

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