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Kompetenzorientierung zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Empirische Ergebnisse einer hochschulübergreifenden Längsschnittstudie.

Im Zuge der Bologna-Reform ist der Diskurs über die Bildung von Humanressourcen und die Produktivität von Bildungssystemen zunehmend durch den Kompetenzbegriff geprägt. Kompetenzorientierung von Studium und Lehre wird damit zur Voraussetzung für eine hohe Qualität und Effektivität sowie für gesellschaftliche und individuelle Erträge des Hochschulsystems (vgl. Kuhn et al. 2016: 277). Dieser Auffassung folgend, soll das Hochschulstudium zum wissenschaftlichen Denken und Arbeiten befähigen, auf das berufliche Tätigkeitsfeld vorbereiten, die Persönlichkeit entwickeln und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen (vgl. Shaper 2012: 8). Ob diesen Anforderungen bereits in der Studieneingangsphase, die als Schlüssel für den Studienerfolg angesehen wird, Rechnung getragen wird, ist bisher nur unzureichend erforscht. Aus diesem Grund beschäftigt sich der Beitrag mit den Fragen, wie die Studierenden ihre fachlichen und überfachlichen Kompetenzen in dieser frühen Phase des Studiums einschätzen und welchen Einfluss dabei individuelle Eingangs- und Kontextbedingungen sowie studienbezogene Aspekte vermittelt über die Passung zwischen Individuum und Hochschule ausüben. Zudem ist von Interesse, wie sich die Eingangs- und Kontextbedingungen auf die studienbezogenen Aspekte auswirken. Die Fragen werden mittels (Panel-)Regressionsmodellen bearbeitet.

Die dem Beitrag zu Grunde liegenden Daten entstammen der Erstsemesterbefragung im Wintersemester 2016/2017 (Studienanfänger und Studienanfängerinnen im grundständigen Studium, N = 3.254, Rücklauf 21 %) sowie der 1. Wiederholungsbefragung im Sommersemester 2017 (N = 888, 45 %), die im Rahmen des BMBF-geförderten Verbundprojektes „StuFo“ (Förderzeitraum 2015-2018) an 5 deutschen Universitäten erhoben wurden. Es ist zu erwarten, dass sich die Passung zwischen Individuum und Hochschule deutlich auf die Kompetenzwahrnehmung der Studierenden auswirken wird und zwar in der Form, dass ein hoher Passungsgrad zu einer hohen Kompetenzwahrnehmung führt. Die Stärke des Einflusses wird jedoch je nach Kompetenzart variieren. Die Passung wird ihrerseits abhängig von den individuellen Eingangs- und Kontextbedingungen sowie den strukturellen und sozialen Aspekten des Studiums sein. Letztere werden wiederum durch die Eingangs- und Kontextbedingungen beeinflusst. Der Beitrag diskutiert die Ergebnisse im Kontext des eingangs skizzierten Anspruches der Kompetenzorientierung von Studium und Lehre.

Literatur

  • Kuhn, Christiane/Zlatkin-Troitschanskaia, Olga/Pant, Hans Anand/Hannover, Bettina (2016): Valide Erfassung der Kompetenzen von Studierenden in der Hochschulbildung. In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft, 19 (2). S. 275-298.
  • Schaper, Niclas (2012): Fachgutachten zur Kompetenzorientierung in Studium und Lehre. URL: http://www.fibaa.org/fileadmin/uploads/content_uploads/fachgutachten_kompetenzorientierung.pdf [Zugriff am: 09.08.2019].
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Themenbereiche

  • Kompetenzorientierung
  • Längsschnittstudie
  • Passung
  • Studieneingangsphase

Autoren

  • S. Berndt
  • A. Felix

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Slot

  • T2 Posterrunde IV A (10∶45 11∶30)

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